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ROCK'N EAST
Zu einem außergewöhnlichen Schritt haben wir uns da entschlossen, als wir die teilweise bereits Ende 1998 erarbeiteten und bisher exklusiv in der Online-Sonderausgabe Out of Area! veröffentlichten Texte zum Titelthema dieser Ausgabe machten. Die näheren Umstände erläutert, die Anmerkungen von Harald Stimpel auf Seite drei dieses Heftes.
Positive Reaktionen von Seiten mehrerer User machten uns die Entscheidung leichter, denn immerhin handelt es sich bei den German Rock News eigentlich um ein auf die heimische Szene fokussiertes Magazin. Die Beschränkung unseres Vereins und seines Lexikons auf die deutsche Rockszene entspringt ja nicht irgendwelchen nationalistischen 'Philosophien', sondern dient der zweckmäßigen Reduzierung des Datenaufkommens und somit des Arbeitsaufwands. Überall auf der Welt kämpfen kleinere und größere Bands um ihre Anerkennung als Künstler. Nicht selten geht es dabei um viel mehr als Musik, etwa in China, wo Gruppen mit kritischen Texten bzw. harten Gitarren von den Medien ignoriert und von den Behörden mit Auftrittsverbot oder Strafverfolgung belegt werden. Dieses Stadium musste einst auch die sowjetische beziehungsweise russische Szene durchmachen, die aus westlichen Vorbildern nach und nach eigene Ausdrucksformen entwickelte und trotz größerer Freizügigkeit noch heute überwiegend abgekapselt ist. Unser Artikel beleuchtet vor allem den Übergang zwischen sowjetischer Spätphase und pluralistischem Neuanfang, etwa dem Zeitraum von 1987 bis 1993. Die japanische Szene hatte mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Hier war Rebellion gegen gesellschaftliche Zwänge angesagt. Sie verwarf nicht nur den Codex ehrenhaften Benehmens, sondern mit ihm auch gleich die traditionelle Art zu musizieren. In Finnland finden wir wieder andere Bedingungen. Das Land war nie ganz westlich, aber es war auch nie völlig östlich. Das fünf Millionen Völkchen fiel der Rockwelt erst durch Witzigkeit auf, wie sie die Leningrad Cowboys demonstrierten. Mit zunehmender Globalisierung sind sie nun zum Hort des melodischen Metals geworden. Bands wie Him, Stratovarius, Nightwish und Sentenced belegen dies. Kein Mensch hat die Chance, alle Musik dieser Welt zu hören, denn allein schon ihre Dokumentation in Nachschlagewerken verbraucht mehr Zeit, als ein Verein wie unserer zur Verfügung hat. Wozu also das ganze? Haben wir in Deutschland nicht genug Beweise hart rockender Kunstfertigkeit? Nein, genug haben wir nie. Das wird der, der sich die Mühe macht einige Soundbeispiele durchzugehen, schnell bemerken. Andere Kulturen finden andere Ausdrucksformen, andere Weltsichten bedingen andere Interpretationen, andere Probleme lassen andere Texte entstehen.
So könnten die Rockszenen Finnlands, der Ex-UdSSR und Japans nicht unterschiedlicher sein, obwohl ihre Wurzeln hörbar im Westen liegen.
Wir hoffen Ihr findet durch die Kurzstories der beispielhaft herausgepickten Bands Geschmack an weiteren Recherchen.
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© 1998, 2004 german rock e.v.
- 26-Februar-2001 -