Foto: Jürgen Hornschuh

Sonderausgabe 2

Eventbericht

Highfield
Hohenfelden, Stausee, 18.-20.08.2006

Freitag
Highfield 2006, das vierte und letzte Festival für mich in diesem Jahr. Da es mir nicht ganz unbekannt war, wusste ich schon worauf ich mich einließ.
Als erstes war da ein Stau der die Anfahrt am Freitag um einige Zeit verlängerte, so dass wir erst relativ spät auf dem Parkplatz ankamen. Nachdem das Zelt aufgebaut und die Pässe abgeholt waren, ging es auch schon ohne Umschweife aufs Gelände.
Das Highfield Festival findet direkt an einem malerischen Stausee in der nähe von Erfurt statt, leider ist es nicht erlaubt, vom Festivalgelände aus schwimmen zu gehen, aber aufgrund des teilweise erhöhten Alkohol Pegels mehr als verständlich.

Als erste Band von der wir auf dem Highfield noch zumindest die letzen Lieder mitbekamen war Panic At The Disco. Sie lieferten eine solide Vorstellung, die zumindest den wahren Fans der Band gefallen hatte.

Bei der Band Coheed & Cambria konnten von mir auch die ersten Fotos aus dem Fotograben geschossen werden. Vor der Bühne war es auch schon sehr gut gefüllt und durch die aufsteigenden Nebelschwaden trat die Band dann auf. Wie das Gesicht des Sängers aussah kann nur vermutet werden, so eine dichte Haarpracht hatte er.
Sie spielten sehr rockig, aber konnten ebenfalls sehr gefühlvoll singen ohne das es aufgesetzt klang.
Jedenfalls eine gute Rockshow mit vielen Lichteffekten. Einige Stimmen im Publikum ließen sogar verlauten sie seien besser als die Beatsteaks.

Diese betraten dann als Headliner für diesen Tag um 0:30 Uhr die Bühne zu den Klängen von Girls Just Wanna Have Fun.
Während der ersten Lieder ging die Menge so ab, dass der Auftritt mehrfach unterbrochen werden musste um die Leute abzukühlen. Nach dem ersten Lied lagen schon mehrere Schuhpaare im Graben die verloren gegangen waren! Den Spaß den die Beatsteaks bei Ihrem einzigen Festivalauftritt in Deutschland in diesem Jahr hatten, war Ihnen sichtlich anzumerken. Sie spielten Lieder von allen Alben wie zum Beispiel Let Me In und Burn The Summer Down.
Nach eineinhalb umjubelten Stunden ging die Band von Jubelstürmen begleitet, begeistert von der Bühne und der erste Festivaltag endete.

Samstag
Der zweite Tag begrüßte uns mit Sonnenschein und zu einer für Festivals frühen Uhrzeit ging es mittags zu Wolfmother aufs Gelände.
Zu Anfang des Auftritts war die Menge vor der Bühne noch spärlich gesät, aber mit den ersten Klängen von Wolfmother wurde es das erste mal voll vor der Bühne und die Band bedankte sich mit einem kraftvollen Auftritt und mit einem Gitarrenspiel des Sängers, das mich an Jimi Hendrix erinnerte. Nach dreißig Minuten war der, wie viele meinten, viel zu kurze Auftritt schon vorbei.

Nach dem kurzen Ausflug zum Gelände ging es erst mal wieder zum Zelt zurück um sich für den restlichen Tag zu stärken. Zurück traten Kettcar aus Hamburg zu einem Ihrer letzten Konzerte in diesem Jahr auf.

Als die Band auf die Bühne trat und Frontmann Marcus Wiebusch die Menge mit, "Wir sind Tomte aus Hamburg" begrüßte brach ein Jubel los und die Menge sprang und sang zum Lied Landungsbrücken Raus. Marcus Wiebusch ist ja nicht als Rampensau bekannt, aber er war sichtlich einem Redefluss verfallen und beim letzten Lied Balu, als das Publikum mitsang und ihn und die Band bejubelte, konnte er sich ein freudiges Grinsen nicht verkneifen und ein umjubelter Auftritt ging zu Ende.

Zu den Klängen von Less Than Jake ging es wieder zurück zum Zeltplatz, wo uns eine SMS von einem großen Mobilfunk Anbieter erreichte, dass es ein Unwetter geben sollte. Scheinbar hatte ich das "Glück" nach dem Unwetter vom Hurricane wieder eins abzubekommen. Zu den Klängen von Seed ging das Gewitter mit Regen und Sturm schon los. Nach zwei Stunden war das Unwetter vorübergezogen und das Festivalgelände glich einer Schlammwüste.

Zum Auftritt von Wir Sind Helden waren merklich weniger Leute vor der Bühne als im Vergleich zum Freitag bei den Beatsteaks.
Um Punkt Mitternacht betraten sie die Bühne und die hochschwangere Judith Holofernes sprang trotz ihrem Babybauch fast wie eh und je auf der Bühne hin und her. Die Stimmung heizte sich spürbar auf und das Gewitter war schnell durch den Auftritt vergessen. Denn der Auftritt beim Highfield sollte der letzte vor der Babypause sein und nach eineinhalb Stunden war dieser mit allen bekannten Lieder schon vorbei und mit der Hoffnung das der nächste Tag trockener sein würde, ging es zurück zum Zelt.

Sonntag
Der Sonntagmorgen entschädigte für das Wetter vom Samstag auf jeden Fall, denn die Sonne kam zum Vorschein.

Nach dem Frühstück ging es zu Virginia Jetzt vor die Bühne, wo jeder versuchte möglichst in keiner zu tiefen Pfütze zu stehen.
Die Jungs sahen auch nicht ganz frisch aus, wie sie selber auch sagten, dass sie nur zwei Stunden geschlafen hatten. Trotz nur eines Auftritts von einer halben Stunde und dem eigentlich für den Samstagabend besser passenden Lied Erst kommt Der Blitz Dann Kommt Der Donner, war es doch ein guter Einstand für den letzten Festivaltag.

Nach dem Einpacken und Verstauen aller Utensilien im Auto ging es zu Nada Surf wieder vor die Bühne, von deren Auftritt ich aber ein wenig enttäuscht war, da ihr Musik zwar eingehend und rockig war, aber trotzdem langweilig klang.

Danach wurde es so voll wie bisher nur bei den Beatsteaks, denn die Sportfreunde Stiller sollten Auftreten und im Fotograben schien es fast genauso voll wie vor der Absperrung zu sein. Mit 54, 74,90, 2010 sprang und sang das ganze Festival aus vollen Kehlen mit. Sogar über Tischtennislieder die Rüde von den Sportis nur unter Lachen zum Besten geben konnte, ging ein einstündiges Musikfest vorbei. Es war ein guter Auftritt, aber meiner Meinung nach wurde zu sehr auf der WM Welle geritten und zweimal 54,74,90, 2010 musste auch nicht unbedingt sein.

Die letzte Band die wir auf dem Highfield sahen, waren die Schweden von Mando Diao, die mit Ihren schwarzen Anzügen und vielen alten Hits vom Album Hurricane Bar und Lieder vom neuen Album die Menge anheizten.
Da leider noch eine lange Autofahrt anstand, ging es mit den letzten Klängen von Mando Diao und einem letzten Blick auf das Festivalgelände und den Stausee zurück zum Auto und ein sehr entspanntes Festival mit einer sehr guten Organisation ging zu Ende.

[Matthias Spillner]


Mehr Stoff:


© 1998, 2004 german rock e.v.