Sonderheft 1 - Out of Area !

LYNCH.

The Buried (2007, CLJ Rec., 8827-2.2)
Kennt ihr eine warme, ausdrucksstarke Stimme, die sowohl in melodischen Parts brilliert als auch wüste Shouts und Grunts bravourös beherrscht? Da denkt man doch gleich an Hizumi von D'espairsRay. Und wirklich, als Quarter Life, der erste Track des aktuellen Lynch.-Albums durchlief, hätt ich schwören mögen, dass die Band eigentlich ein Despa-Undercoverprojekt sein müsse. Rhythmus und Gitarrenspiel hätten ebenfalls dazu gepasst. Nachforschungen ergaben jedoch einen anderen, eigenständigen Hintergrund, der von den auf den Opener folgenden neun Songs bestätigt wird. Alien Tune zeigt Verwandtschaft zum Werk der kultigen Amis White Zombie, 59. hätte auch Temple Of The Absurd oder Pantera ganz gut zu Gesicht gestanden, während das eingängige Stück Melt eine Brücke hin zu Nightmare schlägt. Damit ist die stilistische Bandbreite von Lynch. ganz gut eingegrenzt und die Frage nach möglichen Fans beantwortet, die sich sowohl unter westlichen Goth Metallern und Metalcore-Anhängern finden lassen sollte, als auch unter J-Rock-Freaks.
Ich kenne die ersten beiden Lynch.-Alben nicht, aber ich hoffe, sie werden bald neu aufgelegt, denn The Buried macht großen Appetit auf mehr. Zumal 32 Minuten einfach zu wenig sind, um den Hals voll zu kriegen.
Anders als bei der mir vorliegenden Promo-Ausgabe ist dem offiziellen Release übrigens eine DVD beigepackt, die The Digest Of The Tour'07 Toward The Avoided Sunrise enthält, das Tourfinale in Shibuya.
Hurtig zugeschlagen!
Kontakt: lynch.jp
[Jürgen Hornschuh]


© 1998, 2004 german rock e.v.
- 25-Dezember-2007 -