THE SEER
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The Seer, das ist eine fünfköpfige Folk-Rock-Truppe aus Augsburg, die 1994 ihren ersten
Longplayer herausbrachten und schon damals mit Nick Griffiths einen herausragenden
Produzenten verpflichten konnten. Schon füh wurde diese Band von Kritikerseite mit Lob nahezu überschüttet und sie konnten sich nach Ihrem Erstling "Across the Border", der mit BMG/Ariola auch schon eine bekannte Plattenfirma aufweisen konnte, wahrlich aus einem reichhaltigen Angebot namhafter Produzenten den Macher ihres Nachfolgealbums aussuchen. Die Wahl fiel auf Pete Walsh, der schon Pink Floyd produziert hatte und in zweijähriger Zusammenarbeit entstand teilweise in Peter Gabriels "Real World"-Studios in London "Own World", welches zwar einen etwas poppigeren Einschlag hat, aber dennoch durch die eingängigen Melodien und die reichhaltige Anzahl an keltischen Instrumenten begeistern kann. In Bayern zwischenzeitlich zu absoluten Megastars avanciert (sie wurden auch häufiger musikalische Gäste bei der Talksendung "Live aus dem Schlachthof" auf Bayern 3), wurden sie auch im übrigen Teil Deutschlands von den Fans frenetisch als hervorragende Live-Band gefeiert. Bisheriger Höhepunkt stellt wohl die Arbeit als Support Act für The Who, wo sie die Gelegenheit hatten vor ausverkauftem Olympiastadion die Massen für die Altrocker anzuheizen, und den schottischen Sänger Fish dar. Anfang des Jahres 1998 erschien dann "Liquid" der Nachfolger zu "Own World", wiederum produziert von Pete Walsh. Mit ihrem neuesten Werk wagt sich die Augsburger Band um den charismatischen Sänger Shook einen Schritt weiter in den Alternativebereich und bedienen sich auch aufwendigen Streicherpassagen, wie in "Please", welches erstmals auch durch die Platzierung an der Spitze der SWR3-Charts häufiger im Radio zu hören war. 1999 folgte das Live-Album "Organic", das während der Liquid-Tour aufgenommen wurde und einen guten Einblick über die hervorragenden Live-Qualitäten der Band gibt. [Lars Tuncay] Folkrock aus der Fuggerstadt: Seit gut zehn Jahren in Originalbesetzung erfolgreich, haben The Seer aus Augsburg dieses griffige Schlagwort längst zum Gütesiegel veredelt. Sei es auf der Bühne oder hinter den Kulissen im Studio - mehr prominente Fans und Förderer aus der internationalen Musiker- und Produzentenszene als das bayerische Quintett konnte bislang wohl keine Band aus hiesigen Breiten vom Start weg für sich begeistern. Nach Volldampf in über 500 Konzerten und dem 1999er-Livedokument "Organic" spannt die Gruppe auf dem neuen Studioalbum "Rise" den Bogen stilistisch noch weiter als auf seinen drei Vorgängern. In der Tradition von Big Country, deren Album "The Seer" - zu deutsch: der Seher, oder: der Prophet - bei der Namensgebung Pate stand, nicht so pathetisch wie Runrig, nie so ruppig wie die Levellers und womöglich am ehesten mit den Hooters vergleichbar, gibt es bei Sänger und Gitarrist Shook, Bassist Jürgen Nils Möller, Gitarrist und Geiger Jo Corda, Keyboarder Peter Seipt und Drummer Mike Nigg neben der fest eingespielten Partnerschaft etliche Konstanten: Live zünden The Seer verlässlich ein Folkrock-Feuerwerk, das direkt ins Tanzbein fährt. ZZ Top wussten dies zu schätzen, als sie gelassen in ihre Rauschebärte lächelnd zusahen, wie das Publikum ihren Support Act zu immer neuen Zugaben zwang; The Who favorisierten die Band als reizvollen musikalischen Kontrast zu ihrer ausladenden Rockoper "Quadrophenia", und so unterschiedliche Top Acts wie die Scorpions, Ex-Marillion-Sänger Fish oder die Hardrocker Gotthard gaben sich mit The Seer die Mikrophone in die Hand. Auf den Alben hingegen glückt immer wieder die Gratwanderung zwischen straighten Rockern mit stark reduziertem keltischen Einfluss, differenziert melodiösem Material und charttauglichen Titeln mit ausgeprägtem Poprock-Appeal. So auch bei "Rise": Den Auftakt macht das federleichte, tanzbare "I Wish You"; der Ohrwurm "21" legt elegant die Spur zur Single-Auskopplung "Turn"; "She" rockt dezent folky, und bei "Company" unternimmt Sänger Shook einen Ausflug in Joe Jackson'sche Gefilde, bevor die Gruppe wie bereits beim Titeltrack plötzlich gar stramm in Richtung Britpop und -rock marschiert. Zurückzuführen sein mag dies auf einen Besuch des englischen Keyboarders Mike Rowe. Er, der unter anderem bei Oasis und Sheryl Crow die Tasten drückte, ließ sich nicht lange darum bitten einige der neuen Seer-Titel mit seinem Know-how und seinen Ideen anzureichern. "Rise" entstand unter der Regie des amerikanischen Produzenten Ken Rose und Toningenieur Hans-Martin Buff (Soul Asylum, Prince) in den bandeigenen Augsburger "Black Lab Studios" sowie in den "Cap-a-pie"-Studios in Regensburg. The Seer, Rowe, Rose und Buff - dieses kleine aber feine Kreativteam setzt eine bereits mit dem Debütalbum "Across The Border" begründete Tradition fort. Die Tatsache nämlich, dass internationale Hochkaräter ohne viele Umstände bei Projekten der Band Hand anlegen. Damals war es Pink-Floyd-Produzent Nick Griffiths ("The Wall"); der zweite Longplayer "Own World" sowie das bislang letzte Studiowerk "Liquid" mit dem Charttreffer "Please" reiften dann unter den Fittichen von Peter-Gabriel-Produzent Peter Walsh in Gabriels "Real Word"-Studios heran. Es gibt also wie gesagt gewisse Konstanten in der Geschichte von The Seer - vor allem nicht zu vergessen das Phänomen, dass bei ihren Shows wie eh und je das Publikum strömt, die Halle kocht und der Schaum im Guiness-Glas zittert. Ein Erlebnis, das man sich wenn irgend möglich nicht entgehen lassen sollte... [Bandinfo 2002] |
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- 3-Juni-2002 -