KRAFTWERK
|
|
"Dann aber, je mehr ich mich erinnerte und je mehr ich schrieb, fiel mir auf, dass wir, verglichen mit anderen Popgruppen, gar nicht in das Muster einer Truppe mit Kumpelattitüde passten. Zu unterschiedlich waren wir elektrischen Vier in Persönlichkeit und familiärer Herkunft."
Es fällt nicht leicht, über Kraftwerk zu schreiben. Die Erfahrung muss jeder machen, der sich dieser Aufgabe widmet. Die meisten Fakten sind bekannt und häufig publiziert, sie lassen sich schnell referieren - schließlich brechen die Düsseldorfer keine Rekorde, wenn es um die Anzahl der veröffentlichten Tonträger geht. Doch besteht eine Band nicht nur aus ihren Veröffentlichungen, genauso interessant sind ihre Arbeitsweise, die Umstände, unter denen ihre Musik entsteht beziehungsweise entstanden ist und natürlich die Musiker selber. Und genau hier umgeben sich Ralf Hütter und Florian Schneider, die beiden Chefs der Formation, gern mit einer Mauer des Schweigens. Offenbar von der Angst getrieben, den seit nunmehr Jahrzehnten bestehenden Mythos um Kraftwerk, die Mensch-Maschinen, zu zerstören, verweigern sie entweder jede Zusammenarbeit oder ergehen sich in Nichtigkeiten, mit denen sie im Grunde genommen jedes Interview ad absurdum führen. Ein kleines Beispiel mag das Gesagte ein wenig erhellen: Im Januar 2003 gelang es Patrick Hamilton, einem Mitarbeiter des britischen Daily Telegraph, ein Gespräch mit Ralf Hütter zu führen. Folgender Ausschnitt aus dem später erschienenen Artikel gibt die Atmosphäre des Treffens recht gut wieder: "Ein Interview mit Hütter - ein seltenes Vorkommnis - klingt und fühlt sich an wie eine verworfene Szene eines Stanley Kubrick Films. Er ist genauso Computerwissenschaftler wie er auch innovativer Musiker, Techno -Orakel und handwerklicher Erfinder. Die Themen sind eine Konstante und stimmen mit der Kraftwerkrichtlinie überein, die inhaltlich und outfitmäßig über 33 Jahre unverändert durchgezogen wird.
Nehmen wir als typisches Beispiel folgenden Dialog: Nicht immer geht es bei den wenigen Interviews, die Hütter oder Schneider geben, derartig einsilbig zu wie in diesem Beispiel, aber als übermäßig gesprächige Zeitgenossen erweisen sich die beiden Musiker nur selten. Wenn sie einmal mehr oder weniger detaillierte Statements abliefern, dann lediglich im Zusammenhang mit ihrer Musik und vor allen der verwendeten Technik. So konnten wir im Laufe der Jahre einiges über die Maschinen von Kraftwerk erfahren, die Menschen hinter den Maschinen blieben uns weitgehend unbekannt. Auch bei den Recherchen für diesen Artikel mussten wir wieder erkennen, dass Hütter und Schneider nicht zu einer Kooperation bereit sind. Für gewöhnlich erklären sich die von uns vorgestellten Bands gerne bereit, unsere Texte gegenzulesen und sachliche Fehler zu korrigieren. Auf diese Weise sind schon viele ausführliche und - vor allem - 100%ig stimmende Porträts entstanden. Auf unsere Bitte, einen Blick auf den Kraftwerk-Text zu werfen, reagierte die Band allerdings nicht. Wir haben für den folgenden Text eine Vielzahl an Quellen ausgewertet und gehen davon aus, dass die Fakten, die wir euch hier präsentieren, stimmen. Als Wolfgang Flür, zwischen 1972 und 1989 Mitglied von Kraftwerk, 1999 sein Buch Ich War Ein Roboter veröffentlichte, in dem er seine persönliche Kraftwerk-Geschichte aufarbeitet, schlugen die Wellen hoch. Erstmals sollten, wie Flür es im Vorwort betonte, die Menschen im Vordergrund stehen: "Nicht so sehr die Ein-Stellungen unserer Synthesizer oder technische Einzelheiten unserer Auftritte und Plattenaufnahmen sind für mich als so wichtig in Erinnerung geblieben. Das ist Handwerk und Routine, das bringt jeder Beruf mit sich. Es ist kein Buch über VCD-, LFO-, Oszillatoren- oder Filteranalysen. Es handelt vielmehr von Kreativität, Kollegialität und Lebensfreude. Verlust und Enttäuschung gehören ebenso dazu." Die Fans stürzten sich erwartungsgemäß freudig erregt auf das Werk, Hütter und Schneider zeigten sich indes weniger begeistert. Ihrer Meinung nach nimmt es Flür in seinem Buch nicht ganz so ernst mit der Wahrheit. Auch wenn er hier bisweilen vielleicht die Ereignisse ein wenig sehr subjektiv schildert, kann sein Buch durchaus helfen, die Gruppe Kraftwerk, ihre Macher und Arbeitsweise besser zu verstehen. In Kombination mit den bekannten Fakten lässt sich so ein recht scharfes Bandporträt zeichnen, das Stärken und Schwächen der Band benennt. Doch nun genug der langen Vorrede. Begeben wir uns ins Düsseldorf der späten 60er Jahre und schauen uns ein wenig in den Szenelokalen um. Dort, wo die Düsseldorfer Jugend ihre Freizeit verbringt, tauchen auch immer wieder Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben, zwei Musikstudenten der Akademie Remscheid, auf. Beide stammen aus begüterten Elternhäusern, müssen sich keine Gedanken um das zum Leben nötige Kleingeld machen und können sich seit frühester Jugend ganz um ihre musikalischen Vorlieben kümmern. Ralf Hütter hatte schon vor seiner Bekanntschaft mit Schneider in einigen Underground- und Fusions-Bands gespielt, Florian Schneider eine Ausbildung als klassischer Flötist genossen. In der Remscheider Akademie stellen sie schließlich fest, dass sie ihr nächstes musikalisches Projekt gemeinsam angreifen wollen und so machen sie sich auf die Suche nach den passenden Mitstreitern. Mit Basil Hamoudi (v), Butch Hauf (bg) und Fred Monicks (perc) finden sie schließlich drei Musiker, mit denen sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können. Die Formation Organisation, so etwas wie die Ur-Kraftwerk, wird ins Leben gerufen. In der ersten Zeit arbeitet die Band vornehmlich live und erspielt sich den Ruf, eine beachtenswerte Undergroundband zu sein. 1969, nach nahezu einem Jahr auf der Bühne und im Proberaum, beginnt die Band mit den Aufnahmen für ein erstes Album. Tone Float wurde lediglich in Großbritannien veröffentlicht. Auch wenn die fünf Songs musikalisch nur sehr wenig mit dem zu tun hatten, was später einmal zum Markenzeichen von Kraftwerk werden sollte, genießt die Veröffentlichung heutzutage als typisches Krautrockalbum Kultstatus. So schreiben die Brüder Freeman in The Crack Of The Cosmic Egg über die Scheibe: "Tone Float war ein höchst innovatives Album: sehr Percussionorientiert und mit einer spacigen Orgel und Flöte kombiniert ist es ein Schmelztiegel an Ideen - es stellt die Essenz des Krautrock dar - voller Erfindungsreichtum, nicht Rock, nicht Jazz, aber sicher kosmisch, verrückte und faszinierende Musik, voller Atmosphäre und trotzdem erstaunlich frisch." So sehr sich die Experten nachträglich über Tone Float freuten, so wenig vermochte das Album seine Zeitgenossen zu überzeugen. Die Ablehnung, die Organisation allgemein entgegenschlug, gipfelte schließlich darin, dass die Band während eines Konzerts in Berlin mit Tomaten und Gurken beworfen wurde. Nun gilt Gemüse allgemein zwar als äußerst gesund, auf die Bühne geworfen vermag es die Getroffenen indes nur wenig zu inspirieren, ihr künstlerisches Werk fortzusetzen. Da aber nicht nur das Publikum an der Band zweifelte, sondern auch Hütter und Schneider sich gar nicht mehr sicher waren, ob sie sich mit Organisation auf dem richtigen Weg befanden, trennten sie sich von den drei anderen Musikern und setzen ihre Musikerkarriere zunächst als Duo, das in den nächsten Jahren durch verschiedene Gäste verstärkt wurde, fort. Auch den Namen ihres geistigen Kindes änderten sie noch einmal, von 1970 an hieß ihre Band Kraftwerk. Noch ein wichtiges Detail hatte sich mittlerweile geändert: In einem Hinterhaus in der Düsseldorfer Mintropstraße 16 hatten Hütter und Schneider einige Räume angemietet und dort ihr eigenes Tonstudio eingerichtet, das mittlerweile ebenfalls legendäre Kling Klang Studio. Auch hier macht sich der gute finanzielle Rückhalt der beiden Musiker positiv bemerkbar. Sie verfügten - im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen - über genügend Mittel, um sich ein eigenes ganz auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Studio einrichten zu können. Daher standen sie auch nicht unter dem Zeitdruck, dem andere Bands, die teure Studiomieten zu bezahlen hatten und daher ihre Produktionen möglichst schnell abschließen mussten, ausgesetzt waren. So konnte die bedächtige Arbeitsweise zu einem weiteren Markenzeichen von Kraftwerk werden. In einem Interview für das Magazin Keyboards gab Ralf Hütter 1987 zur Arbeitsweise der Band Auskunft. Auf die Frage nach der Zeit, die sie zur Fertigstellung eines Songs benötigten, antwortete er:
"Wir alle merken, wann ein Stück fertig ist. Oder besser: Die Musik merkt das selbst. Die Musik bestimmt sich selbst. Wenn etwas fertig ist, fällt uns dazu nichts mehr ein. Dieser Vorgang ist sehr eindeutig. Da müssen wir uns nicht einmal mehr darüber verständigen. Das kann man nicht in Stunden ausdrücken." Nach der Veröffentlichung der ersten - selbst betitelten - Kraftwerk-LP horcht die musikalisch interessierte Öffentlichkeit in Deutschland erstmals auf. Stilistisch hat diese Produktion nicht mehr viel mit Tone Float zu tun. Hütter und Schneider, die von Andreas Hohmann und Klaus Dinger unterstützt wurden, gaben ihrer Musik hier erstmals den typisch industriellen Charakter, für den sie später berühmt werden sollten. Repetitive Rhythmen und festere Songstrukturen als bei der ersten LP bestimmen das Bild. Der Sounds-Kritiker zeigte sich 1971 von dieser Mischung sehr beeindruckt: "Kraftwerk verbindet die Raffinesse zeitgenössisch-elektronischer Musik mit der Dynamik der Rockmusik - eine gelungene Kombination von Intellekt und Emotion. (...) Kraftwerks LP - auch das sollte nicht unerwähnt bleiben - ist ein gutes (wenn nicht eins der besten) Aushängeschild der deutschen Popmusik." Auch das "normale" Publikum reagierte sehr interessiert. Immerhin konnte die Band mehr als 50.000 Exemplare ihrer Platte an den Mann bringen. Trotz dieses schönen Erfolgs kehrte zunächst keine Ruhe im Hause Kraftwerk ein. Im Jahr nach der Veröffentlichung von Kraftwerk änderte sich die Besetzung der Band mehrfach. Selbst Ralf Hütter kehrte der Musik für ein knappes halbes Jahr den Rücken, da er sich stärker seinem Architekturstudium widmen wollte. Ob dies aber der wahre Grund für seine Abstinenz war, scheint zweifelhaft. Vielleicht brauchte er einfach diese Zeit und etwas Abstand zur Band, um sich darüber klar zu werden, ob er seinen Weg wirklich in der Musik suchen sollte. Denn eins war klar: Nach dem frühen Erfolg musste eine Richtungsentscheidung für oder gegen die Musik getroffen werden. Der sich am Horizont abzeichnende "Starruhm" ließ sich sicherlich nicht als Amateur bewältigen. Hütter entschied sich schließlich für ein Dasein als Musiker und so konnte die (Erfolgs-) Geschichte ihren Lauf nehmen. Mittlerweile hatten unter anderem Michael Rother und Klaus Dinger zum Kraftwerk Line-Up gezählt, waren aber wieder gegangen, ohne merkliche Spuren zu hinterlassen. Sie gründeten die Band Neu!, die ihrerseits sehr erfolgreich werden sollte. Nach ihrem Weggang gelang es den beiden Kraftwerk-Gründern zunächst nicht, Musiker zu finden, die zu ihnen passten - eine Zusammenarbeit mit den beiden Soundtüftlern dürfte auch nicht die reine Freude gewesen sein (zu den Bandstrukturen und -Hierarchien werden wir später noch einmal kommen). Also setzten sie ihre Karriere zunächst als Duo fort. Ähnlich nüchtern und schnörkellos wie der Titel Kraftwerk II, kam das nächste Album daher. Auch hier beschäftigten sich Hütter und Schneider wieder mit industriellen Sounds. Die freien Improvisationen und "wilden" Soundlandschaften, die das Vorgängeralbum noch hier und da bestimmt hatten, traten noch mehr in den Hintergrund. Man verwendete demgegenüber mehr Sorgfalt auf die Melodiosität der Songs. Allerdings behielt das Album noch einen deutlich avantgardistischen Touch und wies zudem einen recht düsteren Unterton auf. Mit einem ersten erstaunlichen Novum konnten die beiden Musiker hier auch aufwarten. Erstmals setzten sie bei ihren Aufnahmen ein elektronisches Schlagzeug ein. Mit Kraftwerk II konnte das Duo aus Düsseldorf zwar nicht vollständig an den Erfolg des Debüts anknüpfen, doch auch diese Platte verkaufte sich gut und schaffte es bis auf Platz 36 der deutschen LP-Charts. Zudem landeten Kraftwerk bei den Jahresauswertungen der Zeitschrift Sounds in mehreren Kategorien auf den vorderen Plätzen. Bei so viel Publikumszuspruch war es klar, dass man nun nicht mehr daran vorbeikam, auf Konzertreise zu gehen. Was für viele andere Musiker das Salz in der Suppe ihres Musikerdaseins ist, stellte insbesondere für Ralf Hütter nicht unbedingt den Quell für größere Freuden dar. Er ist - laut Wolfgang Flür - eher ein häuslicher Typ, der das Leben auf der Autobahn und in Hotelzimmern verabscheut. Aber er beugte sich - auch in der Zukunft immer wieder - dieser Notwendigkeit und so kamen die Fans in den Genuss, Kraftwerk auf der Bühne erleben zu dürfen. Einen weiteren Schritt zum unverkennbaren Kraftwerk-Sound machte die immer noch als Duo im Studio arbeitende Formation mit ihrem dritten Album, Ralf Und Florian. Diese Platte enthält mit Titeln wie Heimatmelodie oder Tanzmusik gezielt einige Songs, mit denen sich Hütter und Schneider ein deutsches Image verschaffen wollten. Ralf Hütter nannte in den spärlichen Interviews die Kraftwerk-Musik gerne "elektronische Volksmusik", wodurch dieser Eindruck noch verstärkt wird. Wolfgang Flür schreibt in seinem Buch zu diesem Thema: "Mit uns anderen zusammen entwickelten sie ein intellektuelles und zugleich unterhaltsames Musikkonzept auf der Basis unserer romantischen Volksmusikmelodien in Kombination mit neuzeitlichen, naturwissenschaftlich/technischen Themen, zeitgemäß elektronischen Instrumenten und einer selbst-bewussten, eigenständigen Form." Für die Abteilung Naturwissenschaft und Technik waren auf Ralf Und Florian Stücke wie Strom, Spule und Megahertz zuständig. Auch bei der Produktion dieses Albums zeigte sich wieder, wie gut das Kling Klang Studio ausgerüstet war. Als eine der wenigen Bands der damaligen Zeit verfügten Kraftwerk schon über ein Mehrspur-Aufnahmegerät. Das erlaubte ihnen, auch als Duo relativ komplexe Titel aufzunehmen. Außerdem erlaubte ein solches Gerät immer wieder nette Soundbasteleien und Experimente. Auf Ralf Und Florian hielten sich die beiden Musiker im Vergleich zu den bis dahin veröffentlichten Produktionen indes deutlicher zurück, wenn es um reine Spielereien ging. Der Bandsound wurde melodieorientierter und auch zunehmend minimalistischer. Im Sommer 1972 suchten Ralf Hütter und Florian Schneider Wolfgang Flür in seinem Büro auf. Wolfgang konnte sich zu dem damaligen Zeitpunkt nur an einen Titel von Kraftwerk erinnern, das er ab und zu im Radio gehört hatte. Bei diesem Stück handelt es sich um den Titel Ruck Zuck (der lange Zeit die Erkennungsmelodie der ZDF-Sendung Kennzeichen D war). Im selben Jahr stand noch ein Auftritt in der ZDF-Sendung Aspekte auf dem Programm. Hier sollten die Stücke sollten die Stücke Ruck Zuck, Heimatklänge und Tanzmusik gespielt werden. Florian hatte im Vorfeld des Auftritts in einem Laden eine Beatbox gefunden, mit der man einen elektronischen Rhythmus erzeugen konnte. Neben den Tasten für vor-eingestellte Rhythmen wie Fox, Waltz, Bossa Nova und Beat waren an der Box noch Rädchen angebracht, über die das Tempo und die Lautstärke geregelt werden konnte. Außerdem hatte es an der Oberseite weitere Tasten, die nur einen Impuls eines Rhythmusgeräusches erzeugten. Wolfgang Flür zeigte sich beeindruckt: "Sie hatte es mir angetan. Es gab wie bei einem richtigen Schlagzeug eine Bass Drum, eine Snare Drum, Toms, ein Crash- und ein Ride-Becken, Claves und eine Hi-Hat. Diese Sounds, über die Tasten einzeln ausgelöst, hatten einen ganz naiven, naturähnlichen Klang. Dieses Gerät sollte unsere gesamte musikalische Zukunft entscheidend beeinflussen." Florian und Wolfgang, die von diesem Gerät beeindruckt waren, kamen zu dem Schluss, dass das rhythmische Drücken der Tasten zu umständlich war. Daher dachten sie darüber nach, wie sie es bewerkstelligen konnten, diesen Sound einfacher und wie ein richtiges Schlagzeug zu spielen. Wolfgang überlegte sich, da er ja Schlagzeuger war, Schlagstöcke aus Metall zu entwickeln, die einen Kontakt auslösen, wenn man sie auf eine Metallfläche schlägt, die mit dem Rhythmusgerät verbunden war. Für jeden Sound musste natürlich eine eigene Schlagfläche her. Florian und Wolfgang fingen sofort, von der Idee begeistert, an zu basteln. Wolfgang erinnert sich an die Entwicklung des Schlagwerkes:
"In einer Holzhandlung ließ ich mir ein Holzbrett von ca. 49 mal 50 Zentimeter Größe sägen. Es war drei Zentimeter dick. Ich beklebte es mit blaugrauem, marmoriertem Zelluloid. Der farbige Kunststoff, nur einen halben Millimeter dick, machte sich auf meinem Brett ganz hervorragend. Auch die drei Zentimeter dicken Ränder beklebte ich säuberlich damit. Die Kanten wurden mit der Feile geglättet, und so sah das Brett aus, als wäre es aus einem Guss." Wolfgang: "Zu Hause bohrte ich jeweils nahe am Rand zwei kleine Löcher in jede Platte und befestigte sie mit kleinen, farblich passenden Schräubchen auf der Oberseite meines glänzenden Brettes. So wurden es in der oberen Reihe drei Platten von zehn Zentimeter Durchmesser, die für die wichtigeren Sounds vorgesehen waren. Eine dritte Reihe am unteren Spielbrettrand mit vier weitren Platten war für weniger wichtige Klänge vorgesehen. An eine der zwei Befestigungsschrauben hatte ich zuvor ein dünnes Kabel angelötet und durch ein Loch nach hinten auf die Rückseite des Brettes gezogen. Nun hatte ich dort insgesamt zehn Käbelchen. Ich verlötete sie mit einem Multistecker, der noch zwei weitere Anschlüsse für die beiden Schlagstöcke frei hatte." Die ersten Schlagstöcke, die aus dünnem Kupfer waren, erwiesen sich als nicht brauchbar, da sie sich zu schnell verbogen. Die Lösung bestand schließlich aus zwei Messingröhrchen, deren vordere Öffnung Wolfgang zulötete, um sie dort etwas schwerer zu machen. Hinten brachte er dann jeweils ein Stromkabel aus flexiblem Draht an. Die Schlagstöcke wurden dann mit einem Bananenstecker an dem Brett angebracht. Montiert wurde das Schlagbrett dann noch auf einem Trommelständer, damit man es auch stehend spielen konnte.
Mit der Ende 1974 veröffentlichte LP Autobahn etablierten sich die Düsseldorfer endgültig als eine der erfolgreichsten Bands aus Teutonia überhaupt. Insbesondere das Titelstück erwies sich dabei als Garant für den Erfolg. Hier zelebrierten Kraftwerk erstmals den Sound, der ihnen weltweit Fans bescheren sollte. Das Musikmagazin Sounds beschrieb den Song, der die komplette erste Seite der Platte einnimmt, so:
Man sieht, der Band waren völlig neue und ungewöhnliche Sounds gelungen, die auch einen Musikkritiker an den Rand seiner deskriptiven Fähigkeiten treiben konnten. Versuchen wir also aus der heutigen Perspektive noch einmal das Besondere an der Musik dieser Band zu beschreiben: "Das kommt von den Maschinen. Die haben eine Art eingebauten, wiederholbaren Rhythmus, der uns immer sehr fasziniert hat. Nach fünf Sekunden verliert man erst einmal das Interesse, aber nach fünf Minuten wird's wieder interessant. Das, was man vielleicht abschätzig "Monotonie" nennt, geht in ein anderes Wesen über. Das ist ähnlich wie beim Radfahren: Hinter dem augenblicklichen Reiz offenbart sich ein anderes Wesen. Die Wiederholbarkeit - beim Rhythmus der Maschinen und beim Radfahren - ist befreiend. Das Monotone, Repetitive fanden wir immer toll."
Und auch aus seinem Verhältnis zu den "herkömmlichen" Musikinstrumenten macht Hütter keinen Hehl: Kurz nach der Fertigstellung von Autobahn trennt sich Kraftwerk von Klaus Roeder, an seine Stelle tritt Karl Bartos als zweiter elektronischer Percussionist neben Wolfgang Flür. Somit war das wohl erfolgreichste Line-Up der Band gefunden. In dieser Besetzung sollte Kraftwerk mehr als zehn Jahre aktiv bleiben. Nun, da die personellen Turbulenzen zunächst ein Ende gefunden haben, müssen wir ein paar Worte über die bandinternen Strukturen verlieren, denn auch in diesem Bereich unterscheidet sich Kraftwerk wesentlich von vielen anderen Bands in den 70er Jahren. Hatte man dort in erster Linie ein kollektives Arbeiten favorisiert, so herrschten bei Kraftwerk hierarchische Strukturen vor. Florian Schneider und Ralf Hütter waren (und sind es wahrscheinlich noch immer) eindeutig die Chefs im Ring. Wolfgang Flür und Karl Bartos waren "ganz normale" Angestellte, sie erhielten, nach nicht widersprochener Aussage Flürs, ein monatliches Gehalt, einen Anspruch auf Tantiemen und Gagen gab es nicht. Auch sorgten Hütter und Schneider für die adäquate Bühnen-Kleidung ihrer Angestellten. Während sie beide allerdings Maßanzüge trugen, mussten sich ihre Mitstreiter mit Konfektion von der Stange zufrieden geben. Auch während ihrer Konzertreisen pflegten sich die Chefs von ihrem Personal zu separieren und in besseren Hotels zu logieren. Nun aber zurück zur Autobahn. Es zeigte sich, dass der Titeltrack dieser vierten Kraftwerk -LP besonders in den Vereinigten Staaten für Furore sorgte. Im Februar 1975 kletterte das Album dort sogar bis auf Platz 5 der Charts, so etwas war bis dahin noch keiner deutschen Gruppe gelungen. Da war es klar, dass als nächstes eine US-Tournee auf dem Terminplan der Band stehen musste. Kurz vor den Konzerten hatte sich die Band einem weiteren Imagewandel unterzogen. Nunmehr grenzte man sich auch rein äußerlich von den Rock- und Popbands ihrer Zeit ab. Die vier Düsseldorfer Musiker trugen ihr Haar akkurat kurz geschnitten und bevorzugten Anzug und Krawatte als Arbeitskleidung. Sie sahen sich - wie sie selbst in einigen Interviews erklärten - weniger als Popband, denn als "deutsche Musikarbeiter". Wolfgang Flür schreibt darüber in seinem Buch: "Ich bin mir aber sicher, dass wir uns auf die Veranlassung von Florian hin, der damals den Modestil der fünfziger Jahre liebte, mit dem Erscheinen von Autobahn, diesem typisch deutschen Thema, ein ebenfalls deutsches Image zulegten, so wie die Beach Boys mit ihrem "All American Dream" den amerikanischen Prototypus repräsentierten." In den USA sorgte diese deutsche Band mit ihrer seltsamen elektronischen Musik (wo waren nur die Gitarren geblieben?) und ihrem korrekten Auftreten für einige Irritationen. Dennoch entwickelte sich die Tournee zu einem großen Erfolg. Das Interesse, das Kraftwerk entgegenschlug, war sogar so groß, dass die Band ihre Reise mehrmals verlängern musste und schließlich mehr als 50 Konzerte zu absolvieren hatte. Will man hier abermals den Schilderungen Flürs Glauben schenken - und auch in diesem Punkt scheint zwischen ihm und seinen ehemaligen Arbeitgebern kein Dissens zu bestehen - vermochte das "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" zumindest zu Beginn der Konzertreise die Musiker immer wieder in Staunen zu versetzen. Insbesondere die vielen lokalen Radiostationen hatten es der Band angetan. Jede größere Stadt verfügte schon Mitte der 70er Jahre in den USA über eigene Radiosender, die ein ganz eigenes, auf ihre Klientel zugeschnittenes Radioprogramm präsentierten. Zur großen Freude von Kraftwerk erwies sich ihr Autobahn-Song als landesweit beliebter Titel, sodass sie ihn immer wieder in den lokalen Sendern zu hören bekamen. Das Interesse an der deutschen Band wurde so noch größer.
Und was macht ein Musiker, wenn ihn etwas ganz besonders bewegt? Er schreibt einen Song darüber. In diesem Punkt unterschieden sich Kraftwerk nicht von ihren Kollegen. Ihre Begeisterung über die amerikanische Rundfunklandschaft verliehen sie mit ihrem Titel Radioaktivität Ausdruck. Dabei nahmen die Musiker die Doppeldeutigkeit des Titels, einerseits auf die Aktivität der Radiosender und anderseits auf die von Madame Curie entdeckte Strahlung bezogen, nicht nur billigend in Kauf, sondern setzten sie ganz bewusst ein. Zufälle kann man bei Kraftwerk sowieso weitestgehend ausschließen, der Output der Band erscheint stets kalkuliert und voraus-geplant. Ralf Hütter gibt diesen Titel betreffend zu Protokoll: Zurück im Kling Klang Studio entstand nicht nur ein einzelner Song, sondern gleich ein ganzes Album, das sich mit diesem Themenkomplex beschäftigt. Obwohl Kraftwerk mit der Produktion musikalisch ihren einmal eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen, war Radioaktivität nicht der gleiche Erfolg beschert wie dem Vorgänger. Der Kritiker der Sounds-Redaktion geht sogar sehr hart mit der Scheibe ins Gericht. Für ihn handelt es sich hierbei um eine "Langweilerplatte" und er findet "derlei energie-genialischen Krimskrams ziemlich unerträglich". Von solchen Kritiken relativ unbeeindruckt brach die Band 1976 zu einer ausgiebigen Europatournee auf. Während dieser Reise entstanden die Ideen und schließlich auch die Stücke für ein neues Album, das 1977 schließlich unter dem Titel Trans Europa Express auf den Markt kam. Mit diesem Werk trieben sie den repetitiven Charakter ihrer Musik, unter anderem als lautmalerischen Umsetzung einer Bahnfahrt im Namen gebenden Gefährt, auf die Spitze. Zudem waren die grundlegenden Rhythmen sehr einfach und unspektakulär gehalten, sodass sich bei einigen Hörern unwillkürlich eine gewisse Langeweile einstellte. Andere wiederum, wie der britische New Musical Express vermeinten hier die Popmusik der Zukunft zu hören. Aus heutiger Sicht ist Trans Europa Express nicht nur aus bandhistorischen Gründen von Interesse, sondern auch, weil das Album vieles von dem, was die Techno-Welle in den 90er Jahren wieder aufgegriffen hat, vorwegnahm. Diesmal ließen Kraftwerk der Veröffentlichung keine Tournee folgen, sondern stürzten sich direkt auf die Produktion des nächsten Studiowerks. Für die Brüder Freeman (und nicht nur für sie) endet, wie sie in ihrem Crack In the Cosmic Egg ausführen, an dieser Stelle die eigentlich interessante Phase der Geschichte der Düsseldorfer Musikarbeiter. Die weitere Entwicklung der Band erscheint ihnen für den Krautrock nicht weiter erwähnenswert. Wir wollen aber noch einen etwas ausführlicheren Blick auf die nächste Produktion werfen, die zwar musikalisch wenig Neues zu bieten hatte, die aber der Bandästhetik eine weitere Nuance hinzufügte.
Wir haben schon weiter oben erfahren, dass sich die Musiker von Kraftwerk selber gerne als Musikarbeiter sahen, die im Popbereich gute deutsche Wertarbeit ablieferten. Nun ging das Quartett noch einen Schritt weiter. Man entdeckte für sich die Mensch-Maschine und fortan sollte dieses "Wesen" die perfekte Inkarnation des Kraftwerk-Musikers darstellen. In letzter Konsequenz durchgedacht ergab die Mensch-Maschine letztlich den Roboter, den insbesondere Hütter und Schneider als perfekte Kombination von Mensch und Maschine ansahen. Hütter sagte Keyboards über seine Vorstellung zum Verhältnis von Mensch und Maschine: Folgerichtig erschien als Vorbote für ein neues Kraftwerk-Album die Single Roboter, deren Text wir uns hier kurz anschauen wollen:
Wir laden unsere Batterie Dieser kurze Text beschreibt eigentlich recht gut das Ideal, das Kraftwerk mit ihrer Mensch-Maschine Ästhetik vorschwebt. Das automatische Funktionieren (insbesondere das Funktionieren) spielt in der ganzen Geschichte der Band eine große Rolle. Ihr Streben zielte immer darauf ab, möglichst viel in ihrem musikalischen Ausdruck zu automatisieren. Moderne Instrumente wie Synthesizer und Sequenzer sorgten im Kling Klang Studio für Begeisterung. Zwischen den Plattenproduktionen waren Kraftwerk überdies intensiv damit beschäftigt, die Instrumente weiter zu entwickeln und perfekt an ihre Bedürfnisse anzupassen. Die letzten beiden Zeilen des Textes verweisen unter anderem auf dieses Instrumentarium. Zudem verleihen sie dem Selbstverständnis Ausdruck, dass die Aufführung der Musik nach ihrem Verständnis keinen sonderlich kreativen Akt mehr darstellt, er kann auch von programmierten Robotern übernommen werden. Und genau das war auch Hütters nächster Plan: Zunächst ließ sich die Band bewegliche Puppen herstellen, die den einzelnen Musikern zum Verwechseln ähnlich sahen. Diese sollten mit einer komplizierten Mechanik ausgestattet werden, die es ihnen erlaubte, auf der Bühne so zu agieren, wie die Musiker aus Fleisch und Blut es auch tun würden. Die Tatsache, dass sich die vier Musiker während ihrer Auftritte nie sonderlich viel bewegten und nur ihre Instrumente bedienten, kam diesen Plan natürlich sehr entgegen. Bei der Pressepräsentation der LP Mensch Maschine wurden die Roboter erstmals ein-gesetzt. Auf der Bühne gaben die Puppen ihre noch etwas ungelenk wirkende Performance ab, während sich die echten Musiker im Konzertsaal unter das Volk gemischt hatten. Auf sonderlich viel Gegenliebe stieß dieses Experiment allerdings nicht. Ob dies der Grund war, warum Hütter seinen Plan aufgab, nur noch Roboter auftreten zu lassen und so auch mehrere Konzerte gleichzeitig spielen zu können, ist fraglich. Viel wahrscheinlicher ist es dagegen, dass die nicht besonders aus-gereifte Technik, die für die Bewegungen der Roboter sorgen sollte, ihn von seinen Plänen abbrachte. Und so begnügte man sich im Hause Kraftwerk damit, selber als Roboter mit starrem Ein neues Album ließ indes drei weitere Jahre auf sich warten. Electric Cafe fiel wesentlich unspektakulärer aus als die Vorgänger, offenbar waren die beiden Chefs der Band zu sehr mit dem Radsport beschäftigt, um sich eingehender mit ihrer ursprünglichen Profession beschäftigen zu können. Auch Wolfgang Flür wurden die Schaffenspausen zu lang, er verabschiedete sich von Kraftwerk, wenig später folgte Karl Bartos aus ähnlichen Gründen. Wiederum tat sich fünf Jahre lang nur wenig Sichtbares bei Kraftwerk. Man habe daran gearbeitet das Studio zu digitalisieren, hieß es in den wenigen Interviews. 1991 erschien schließlich mit The Mix ein Doppelalbum, das neu gemischte Versionen der Bandklassiker enthielt. Zu diesem Zeitpunkt zählen Fritz Hilpert und Fernando Abrantes zum Line-Up der Band. Letztgenannter wurde dann durch Henning Schmitz, dessen Name bereits im Innencover von Eletric Cafe erwähnt wird, ersetzt. An dieser Besetzung hat sich bis heute nichts geändert. In den nächsten Jahren mussten die Fans von Gerüchten und sehr spärlichen Auftritten leben. Eine dieser Ankündigungen besagte, dass Kraftwerk im Mai 1997 in Luton nahe London im Rahmen der Technoveranstaltung Tribal Gathering auftreten würden. Und in der Tat erschien die Band auch dort auf der Bühne. Hütter und Schneider hatten ihren Sound den neuen Entwicklungen angepasst und vor allem in neue Technik investiert. An neuen Stücken gab es nur ein Instrumental zu hören. Ein Interviewausschnitt aus dieser Zeit zeigt, dass Hütter aber trotz aller Pausen noch immer der Alte geblieben ist: "Man kann unsere Musik nennen, wie man will: Science-Fiction-Musik, Techno-Disco, Kybernetik-Rock. Ich ziehe den Begriff Roboter-Pop vor, weil er etwas mit unserem Ziel zu tun hat, ohne Zeitlimit an der Konstruktion eines perfekten Popsongs für die Rituale des globalen Dorfes zu arbeiten." In Jahr 2000 schließlich gab es noch einmal gehörigen Wirbel um die Band. Man hatte ihnen für das wenige Sekunden dauernde Jingle zur Weltausstellung Expo 2000 in Hannover die ungeheure Summe von 400.000 DM bezahlt. Wenig später erschien eine Maxi Single, die vier Versionen eines ganzen Expo 2000-Songs enthielt, aber beim besten Willen nicht zu überzeugen vermochte. Wolfgang Flür blickt mit etwas zwiegespaltenen Gefühlen auf diesen Deal, wie er in einem Interview mit Musikexpress/Sounds anlässlich der Veröffentlichung seines Buches zugibt: "Das war ein genialer Deal. Der Florian ist ein guter Geschäftsmann. So was konnte Florian immer gut, weil er auch sehr gerne viel Geld verdient. Es sei ja jedem unbenommen, gute Geschäfte zu machen. Aber ich frage mich, ob das nicht dem Image von Kraftwerk schadet. 400.000 Mark in Verbindung mit Kraftwerk - das klingt für mich fast ein bisschen obszön. Ich gönne es ihnen ja, aber es ist ungeschickt zum jetzigen Zeitpunkt. Das wirkt so, als ob es Ralf und Florian mehr Spaß machen würde, Geld zu verdienen, als neue Musik aufzunehmen. Dieser Eindruck blieb in der folgenden Zeit nicht nur bei Wolfgang Flür hartnäckig bestehen. Immerhin dauerte es bis 2003, bis mit Tour De France Soundtracks ein weiteres musikalisches Lebenszeichen der Band in die Plattenläden kam. Wie der Titel schon besagt, frönen Schneider und Hütter auch auf diesem Tondokument ihrer Leidenschaft für den Radsport. Es handelt sich hierbei um das erste neue Kraftwerk-Album in immerhin 17 Jahren. Wie sehr die Fans ein solches Werk offenbar vermisst haben, zeigt die Tatsache, dass die Scheibe es als erstes Kraftwerk-Album an die Spitze der deutschen Albumcharts schaffte. Der Rezensent des Internet Musikmagazin Laut.de zeigt sich auf jeden Fall begeistert von der Musik: "Unvergleichlich gut deshalb, weil immer noch weit und breit niemand in Sicht ist, der aus so wenig so viel zu Wege bringt. Rhythmik, Struktur und Effekte der einzelnen Songs setzen in ihrer Perfektion wieder einmal Maßstäbe. Vitamin und Aero Dynamik gehören zur Speerspitze des elektronischen Pops. Trockene Beats, Robotik-Computerstimmen und die altbekannten Reime in Slogan-Form reduzieren alles auf die Quintessenz dessen, was Kraftwerk-Kompositionen ausmachen: weniger ist mehr."
Von diesem Zeitpunkt an wurde es wieder ein wenig lebhafter um die Band. Man ging sogar wieder auf Konzertreise. Einige der Konzerte ihrer Welttournee im Jahr 2004 wurden mitgeschnitten und so konnte jüngst das erste Kraftwerk-Livealbum auf den Markt kommen.
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Kurt Mitzkatis bedanken, der nicht nur für das tolle äußere Erscheinungsbild des Artikels gesorgt hat, sondern auch einige nützliche Ergänzungen auf Lager hatte. Danken möchte ich auch Stephan Schelle für seine Unterstützung. Mein besonderer Dank aber gilt Gunther Pöcker, dessen großartiger Website wir Daten entnehmen durften. Die komplette Discographie findet Ihr im Internet unter: Quellen: Diverse Rocklexika, Archiv des German Rock e.V. Websites, Sounds, Musik Express und Websites. [Jürgen Brück] [Mit weiteren Beiträgen von: Carsten Agthe, Arthur Brehm, Stephan Schelle, Michael Schönfeld] |
© 1998, 2003 german rock e.v.
- 16-Mai-1999 -