Lady Jane, Mother Jane, Peter Panka's Jane
|
|
Aus den Schülerbands "The Devils" (Klaus Hess, Klaus Zaake u.a.) und "JP's" (Peter Panka, Wolfgang Krantz u.a.) entstand 1965 Hannovers erste Profirockgruppe "JP's" (Justice of Peace). 1967 wurde die Single "Save me / The war" veröffentlicht und Werner Nadolny (Saxophon) wurde fünftes Bandmitglied. 1969 lösten sich JP's auf und Jane entstand, das Kuriose dabei war, das einige Bandmitglieder ihre Instrumente tauschten, so wechselte Peter Panka von Gesang aufs Schlagzeug, Klaus Hess vom Bass auf Gitarre, Charly Maucher von Gitarre auf Bass und Werner Nadolny vom Saxophon auf Orgel.
Peter Panka und Werner Nadolny sind der Meinung, das Jane im Oktober 1970 gegründet wurde und am 5. Dezember 1970 ihr Live-Debüt in Hannover gaben und zwar in der Besetzung Peter Panka- Schlagzeug, Klaus Hess- Gitarre, Charly Maucher- Bass und Werner Nadolny- Orgel. Im April 1971, nachdem der gnadenlos ausdrucksstarke Sänger Bernd Pulst zu Jane stieß "sicherlich derzeit beste deutsche Rocksänger" (Sound 1971), fanden sie in Günter Körber einen Produzenten der Jane bei den ersten vier Jane LP's zur Seite stehen würde. Ihr erstes Album "Together" erschien 1972 bei Brain Metronome und erhielt glänzende Kritiken. |
![]() |
"Glutvolle Gitarrenfiguren werden von feinen Orgelklängen umspielt. Phantasievolle Tonläufe von Bass und Schlagzeug werden angeführt von erregendem Gesang. Die Stimme gerät in das Spannungsfeld der von der Orgel heraufbeschworenen magischen Atmosphäre. Ceremony von Spooky Tooth klingt an. Und dann bestimmen wieder wuchtige Orgel- und Gitarrenimprovisationen das musikalische Gesamtbild der Gruppe- Jane Together" (Presse 1972).
1973 erschien das Album "Here we are" (mit dem Klassiker " Out in the rain") ohne Bernd Pulst (der Sänger erkrankte und verstarb) und Charly Maucher (er erkrankte). Als Ersatz am Bass wurde der Justice of Peace Mitstreiter Wolfgang Krantz gefunden. 1974 erschien das Album "Jane III" komplett ohne Orgel, nachdem Werner Nadolny die Band verlassen hatte und Charly Maucher zurückgekehrt war. Hier stellten Jane bluesorientierten Hardrock vor, wobei Charly Maucher mit seiner Reibeisenstimme die meisten Gesangparts übernahm. "Durch den Wegfall der Orgel hat sich der Sound von Jane natürlich wesentlich verändert, doch der Einsatz von zwei Lead-Gitarren gleicht das Fehlen der Tastaturen vollkommen aus" (Presse 1974). Jane III wurde sogar in Kanada, USA und Japan veröffentlicht. Jane hatten zu dieser Zeit auch ein Angebot als Vorgruppe von Grandfunk Railroad auf Amerika Tournee zu gehen, sie konnten sich aber nicht mit der Agentur über die Konditionen einigen und somit war der Traum einer Karriere in Amerika ausgeträumt. Zu dieser Zeit veröffentlichten Jane unter dem Charly Maucher Pseudonym " Der Chef" die limitierte Single "Bambule Rock / Feuer auf der Dragonia", zwei witzige Kompositionen in deutsch von Charly Maucher, die Jane vereinzelt auch live spielten. Das ebenfalls sehr witzige Cover zeigte die vier Jane Musiker als Karikaturen.
Charly Maucher und Wolfgang Krantz verließen im Sommer 1974 die Band, Charly Maucher gründete mit Werner Nadolny und ex JP's Klaus Zaake "Harlis" und Wolfgang Krantz gründete erst "Antares", wechselte dann zu "Harlis" und gründete später "Efendi's Garden". Für sie kam der ehemalige Jon Symon Trio und Dullknife Musiker Martin Hesse- Bass. In dieser Dreierbesetzung spielten Jane einige Konzerte in der Schweiz, dann im Oktober 1974 stieß der Ungar Gottfried Janko- Orgel,Gesang (ex Dullknife) hinzu. Dieses Quartett spielte dann 1975 das vierte Album "Lady” ein. "Die Neuen sind diesmal Bassist Martin Hesse und Organist Gottfried Janko. Aber sie sind ein Gewinn, machen den Sound schön rund und fett. Das ist guter Heavy-Rock Marke Jimi Hendrix, nie einfallslos und langweilig" (Presse 1975)." Gottfried Janko brachte den kraftvollen Orgelsound wieder zu Jane, verließ aber nach kurzer Zeit die Band und Werner Nadolny kam zurück. |
![]() |
1976 erschien das fünfte Album von Jane , ein Konzeptalbum, aufgenommen mit Kunstkopfeffekten
(Wie rauschende Meereswellen und loderndes knisterndes Feuer), "Fire, Water, Earth and Air".
"Das neue Jane-Album, dreht sich um die vier Elemente und ist als Konzeptplatte gemacht. Alle Songs werden von Naturgeräuschen begleitet, die die Band per Kunstkopf aufnahm. Um das Feuer aufs Band zu bekommen, wurde der Kopf beispielsweise in einen brennenden Reifen gestellt" (Presse 1976). Jane konnten zu diesem Zeitpunkt sehr gute Verkaufszahlen, ausverkaufte Tourneen und gute bis akzepteble Auslandskritiken vorweisen, jedoch die Kritiker in Deutschland akzeptierten Jane nicht. Am 13. August 1976 spielten Jane, im Rahmen einer 60 Städte-Tournee, auch in großen Hallen, ihre Do-LP "Jane live at home" in der Niedersachsenhalle in Hannover vor 3ooo Besuchern ein. An der Orgel war nun Manfred Wieczorke (ex Eloy), nachdem Werner Nadolny die Band verlassen hatte und "Lady" gründete. "Die erregenste Live-Gruppe Deutschlands endlich live in Konzertlänge. Gekonnter Hardrock, unterbrochen durch lyrische Anwandlungen. Aufgenommen an einem Freitag, dem 13. (im August 76), offensichtlich einem Glückstag des Quartetts” Jane befanden sich nun auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie waren neben Udo Lindenberg und Kraftwerk das Aushängeschild deutscher Rockmusik. Kraftvolle schwebende Orgelklänge, brillante Gitarrensoli, stampfende Drumrhythmen , alles zusammen mit einer Portion verträumter Schwermütigkeit machte den Jane-Sound der 70er Jahre bei den Rockfans im In- und Ausland so beliebt.
Es folgte das sehr kraftvolle und bombastische Album "Between Heaven and Hell" (1977). "Jane erhebt Anspruch: Wir machen Rockmusik mit internationalem Niveau. Jane findet Resonanz auch in Amerika, Japan, Australien. Jane ist wie ihre Musik : Between Heaven and Hell" (Brain Pressetext). "Trotz der thematischen Schwere wirkt die Jane-Musik in der Rythmussektion locker (ein interessanter Kontrast zu den schweren Gitarrenriffs übrigens) und vielseitig. Between Heaven and Hell ist durch den spürbaren Sinn für Melodien und ein- wenn auch gruseliges Feeling- die erste Jane LP, die ich fest in meine Sammlung integriere" (Musik- Express 1977). " Genausowenig werden mich 300 000 und mehr Jane Plattenkäufer davon überzeugen, daß dieses eintönige größenwahnsinnige Getue interessante Musik ist" |
![]() |
Für insgesamt 300 000 verkaufte Alben erhielten sie am 6.9.1977 das "Goldene Brain Label". Im Februar 1978 unterschrieben Jane einen neuen Plattenvertrag bei Metronome mit einer Lizenzgarantie von
600 000 DM, die schon angepreßte Best of LP " Crowns" wurde daraufhin von Metronome nicht veröffentlicht, sondern das neue Jane Werk "Age of madness" erschien. Jane wurde am 13.4.78 für
100 000 verkaufter " Jane live at home" eine Silberne LP überreicht. Manfred Wieczorke verließ die Band im Frühjahr 1979 und gründete erst "Firehorse", dann "Animator" und später "The Trick".
Auf der 1979 erschienenen LP "Sign No. 9" übernahm Klaus Hess die Orgelparts. Klaus Hess hielt sich zu dieser Zeit viel auf Ibiza auf, wo er den Sänger Pedja kennenlernte. Zusammen mit ihm nahmen Jane 1980 ihr 10. Album "Jane" auf. Die Verkaufszahlen sanken, Pedja wurde als Sänger vom Publikum nicht richtig angenommen, er verstarb nach einem Autounfall in München. Peter Panka erzählte 1997, daß es sich um eine Zeitungsente gehandelt habe, Pedja rief ihn 1996 aus London an. Ebenfalls 1980 veröffentlichte Charly Maucher seine Solo LP " Performance", mit dabei waren Wolfgang Krantz-Keyboards und Peter Panka-Drums. Brain Metronome bot Jane eine Abfindung über 50 000,-DM an, wenn sie vorzeitig aus ihrem Vertrag aussteigen würden. Jane lehnten ab. Martin Hesse verließ Jane Anfang 1981. Er gründete mit Klaus Zaake "Rizzo", bei der er Gitarre spielte und die Songs selbst schrieb. Für ihn kam für kurze Zeit der Engländer Ted Jones-Bass. In der Besetzung Klaus Hess, Peter Panka und Charly Maucher spielten sie das elfte Album "Germania" (1982) ein, ein sehr kraftvolles Album, mit guten zum Teil deutschen Songs, jedoch vom Flair alter Zeiten war nur wenig zu spüren. "Ihrer ursprünglichen Musikrichtung sind sie treu geblieben. Auffallend sind die Tendenzen zum rockigen und härteren Sound, doch dominierend ist die getragene Melodie" (Metronome Pressetext). |
![]() |
Jane machten eine schöpferische Pause, kamen dann 1983 als Lady Jane auf einer Revival Tournee in der Besetzung Peter Panka, Werner Nadolny, Charly Maucher, Detlef Klamann (ex Mountain Ash) zurück. Diese vier arbeiteten parallel auch an dem sehr erfolgreichen Projekt "Rockballett Warlock" von Jon Symon mit, eine LP wurde 1983 veröffentlicht (Warlock- Soundtrack zum Rockballett). "
"Mit dem frischen Sänger kam auch frischer Wind: Zwar ist das Unternehmen Warlock noch recht heavy mit einer unverkennbaren Vorliebe zum Klangbombast, aber leichtfüßige Gitarren und flockige Saxophone sorgen für den nötigen Zug und geben dem Album Würze. Fans der frühen Jane werden bei dieser Produktion glänzende Ohren bekommen" (Oldie Markt 1984). "Hardrock und elegische sinfonische Klänge wechseln einander ab, und mehr als einmal fühlt man sich an Pink Floyd erinnert, nur leider vermißt man die Virtuosität" (Mannheimer Morgen 1/85). Klaus Hess, der auch zu Beginn am Projekt "Warlock" mitwirkte, aber wegen Kompetenzstreitigkeiten mit Jon Symon ausschied, brachte 1983 seine sehr verträumte Instrumental LP "Sternentanz" bei Sky Records heraus. Jane wechselte 1984 erneut die Besetzung, neben Peter Panka und Werner Nadolny spielten nun Kai Reuter- Gitarre (ex Viva) und Bernd Kolbe-Bass (ex Epitaph), kurze Zeit später auch noch Klaus Henatsch- Keyboards, Gesang (ex Jutta Weinhold). Jane versuchte an alte Zeiten anzuknüpfen, neue Songs wurden komponiert und die LP "Beautiful Lady" kam 1986 ohne Bernd Kolbe bei Sky Records von Günter Körber heraus. "Insgesamt ein Album das mehr als eine Drehung verdient" (Musikscene 1986). 1988 erschien die bei Sky Records angepresste LP "Jane live '88" als Privatpressung in einer Auflage von 300 Stück mit Peter Panka, Werner Nadolny, Klaus Walz- Gitarre (ex Epitaph), Stephanie Shea und Charly Maucher im Wechsel am Bass. Zum 20. Geburtstag von Brain Metronome wurde die LP "Jane live '89" mit einigen Gästen (u.a. Gottfried Janko-Piano,Gesang) im Capitol Hannover eingespielt. |
![]() |
Klaus Hess brachte 1992 seine Elektronik Solo CD "Technodrome" bei Sky Records heraus.
1992 kam es fast zu einer Original Reunion, Klaus Hess kam nach 10 jähriger Abstinenz zu Jane zurück, der musikalische Glanz alter Zeiten war entfacht, Peter Panka, Werner Nadolny, Klaus Hess und Jens Dettmer (Bass,Gesang) spielten einige Konzerte in Deutschland und eine überaus erfolgreiche Neuseeland-Tournee (13 Gigs) zusammen, dann kam erneut, nach wieder auftretenden persönlichen Differenzen, die Trennung. Klaus Hess und Jens Dettmer verließen Jane. Als Ersatz kamen erneut Klaus Walz-Gitarre und Bernd Kolbe-Bass. "Die vier auf der Bühne machen keine Show, kein Lichterbrimborium, sondern gestandene, knochenharte Musik von großer Bandbreite, angesiedelt irgendwo zwischen Pink Floyd und Jimi Hendrix" (Neue Presse Hannover 4/94). "Sie liefern deutsche Rockgeschichte live. Von der sensiblen Ballade über schwermütige Rockhymnen bis hin zum treibenden Stampfer bieten die Hannoveraner ein breites Spekrum guter deutscher Rockmusik für Kopf und Bauch" (Ostfriesischer Kurier 25.11.94). Beide Jane Parteien beanspruchten den Namen Jane für sich, mit Einstweiligen Verfügungen versuchten beide Parteien, Konzerte der anderen Jane zu verhindern, ein Gericht mußte entscheiden, und somit wurde geurteilt , daß Jane nur noch mit einem Zusatz wie Peter Panka's Jane oder Klaus Hess' Jane (bzw. Mother Jane) agieren dürften. |
|
1994/95 spielten Mother Jane (Klaus Hess' Jane) einige Konzerte in der Besetzung Klaus Hess-Gitarre/Gesang, Kai Schiering-Bass/Gesang, Jens Dettmer-Schlagzeug, verfolgten dann aber andere Projekte: Klaus Hess arbeitete bei "Diepop, Nosferatu und Technos Feratu", Kai Schiering übernahm den Gesang bei "Shimmer" und Jens Dettmer arbeitete beim Dark Wave Grusical "Jenseits" mit. Peter Panka's Jane brachten 1996 die CD "Resurrection" bei Decision in der Besetzung Peter Panka-Drums, Werner Nadolny-Keyboards , Klaus Walz-Gitarre, Kai Reuter-Gitarre und Marc Giebeler-Bass (ex Kasch) auf den Markt. "Aus violettem Nebel steigen sie wie aus einer Gruselgruft, es blitzt und donnert mächtig aus dem Gewölk. Eine Wiederauferstehung muß wohl so dröhnen. Resurrection hat die Hardrock-Truppe " Peter Panka's Jane" ihre neue CD genannt, und im Capitol zeigen die fünf nun live, wie man so ein Mysterium inszenieren kann" (Neue Presse Hannover 4/97). "In Punkto Musik gibt es da kein Problem, denn so wie hier hörte sich die Combo zu ihrer großen Zeit tatsächlich an, doch einen Haken gibt es. Denn der Gesang, oft ein Problem, ist erneut unter-durchschnittlich und es fehlen die Songs, die die Jungs in den 70ern zu Stars des Deutschrock werden ließ" (Oldie Markt '97). Kurz vor Veröffentlichung kam es erneut zu einem Wechsel. Für Marc Giebeler kam für kurze Zeit der Chilene Nelson Arriagada-Bass. Im Frühjahr 1997 kehrte Marc Giebeler zurück. Im Dezember 1997 verließ Kai Reuter Peter Panka's Jane. Mother Jane (Klaus Hess' Jane) meldeten sich Anfang 1998 mit der Veröffentlichung einer 7" Vinyl Single "Together we stand / Take it" (Privatpressung) zurück, "die kann sich sehen und hören lassen und zumindest die A-Seite läßt Reminiszenzen an die 70er Jahre aufkommen, als Hess mit Jane zu einem der Stars des Deutschrock wurde. Hoffentlich kommt da noch etwas nach." (Oldie Markt 5/98). Im Frühjahr 1998 gaben sie ihr Live-Comeback in der Besetzung Klaus Hess-Gitarre, Gesang, Kai Schiering- Bass,Gesang, Jens Dettmer-Drums und Klaus Henatsch-Keyboards. Im März 1998 auf der 50. Geburtstags Party von Peter Panka erlebten die Gäste die Premiere von "Pano's Jane", eine Zweimann Jane Besetzung konzipiert für kleine Clubs, bei der Werner Nadolny-Key-boards,Saxophon und Peter Panka-Drums,Gesang live spielen und der Rest, wie Gitarren, Bass vom Band eingemischt werden. 1998 arbeiten beide Jane's, Peter Panka's Jane und Klaus Hess' Jane an neuen Veröffentlichungen. Durch die persönlichen Differenzen einzelner Mitglieder lassen sich Jane leider nicht dazu bewegen wieder als eine Band zusammen-zuarbeiten.
[Ergänzung 1999]
[Bernd Kunze, Leiter des Jane-Fanclubs und Betreuer unserer Jane-Seiten]
Anhang von Jens Dettmer: [Mit weiteren Beiträgen von: Ralf Höntsch, Stephan Schelle] |
Unterstützen uns durch Link Exchange:
© 1998, 2003 german rock e.v.
- 10-Mai-1999 -