ROCKNAMPOOL 2012
27.7.-29.07.2012 Lienen, Freibad
Als ich vor einer Weile aufs „Land“ zog, wurde ich von allen Seiten gefragt: „Was aufs Land? – Da ist doch nix los! - Warum machst du das denn?“ Nun das auf dem Land musikalisch nix nichts los ist, wurde ja spätestens mit Wacken widerlegt. Umso mehr freue ich mich, dass auch bei mir um die Ecke auf dem Land ein kleines Festival das Laufen lernt.
Im beschaulichen Lienen haben sich ein paar junge Leute gedacht: “Wir machen ein Festival mit Sommer, Sonne, Strand und guter Musik.“ Da es mit dem Strand hier nicht ganz so üppig gesät ist, wurde als Location kurzer Hand das Hallen und. Freibadgelände in Lienen ausgewählt.
Die Location ist einfach toll. Hier hat Festivalcharakter noch seinen ursprünglichen Charme. Es gibt zwei kleine Wiesen auf denen die Zelte stehen. Auf Grund der schlechten Wetterbedingungen und leider auch zu wenig Werbung, befinden sich etwa 20 Zelte auf den Wiesen. Über den Campingplatz erreicht man dann das Festivalgelände. Hier findet man alles was das Herz begehrt. Es gibt eine Bierbude, ein Würstchenstand und eine Cocktailbar. Auf ausrangierten Couchen und auf Bierzeltgarnituren können es sich die Festivalbesucher gemütlich machen. Vom Gelände kommt man dann auch direkt in das Freibad und kann bei gutem Wetter einfach ins kühle Nass springen und die Musik genießen, die gerade auf der kleinen Bühne gespielt wird.
An diesem Samstag konnte ich leider nur drei Bands „mitnehmen“ die ersten beiden gaben sich ganz dem Hip Hop hin. Es begann Zugezogen Maskulin. Wobei man hier qualitative Unterschiede nicht verleugnen darf. So konnte die Band Reimsport mit ihrem HipHop schon ordentlich die Leute zum Springen und Tanzen bringen. Hier hörte man Hip Hop der teilweise auch durch Keyboardklänge sehr melodisch war und wach machte. Beim letzten Song wurde dann auch kräftig mitgesungen. Dankeschön und Auf Wiedersehen!
Als dritte Band standen dann November Palace auf der Bühne. Hier änderte sich der Stil und die vierer Combo verschrieb sich ganz den Rock. Die Sängerin hat eigentlich eine sehr schöne Rockröhre, die bei den ersten beiden Songs leider von den Instrumenten überlagert wurde. Man könnte sagen, nach einer kurzen Einspielphase, haben sie sich gefangen und legten dann aber richtig los.
Fazit:
Für alle drei Bands, die ich an diesem Tag sah, ist es eigentlich schade, dass so wenig Leute sie mit mir sahen. Ich würde sagen, dass sich maximal 100 Leute auf dem Gelände befanden. Fürs nächste Jahr bleibt den Veranstaltern noch so einiges zu tun. So sollte die Werbung auch in den umliegenden Ortschaften platziert werden. Auch sollten die Werbeplakate in kräftigeren Farben erscheinen. Dieses Jahr waren sie hellblau und fielen kaum auf, wenn man dran vorbei fährt. Ein kräftiges Rot würde hier schon eher passen und vielleicht ein Artikel in der Lokalzeitschrift. Leider hab ich auch unser German Rock – Banner auf dem Gelände vermisst. Aber das sind alles Dinge, die sich mit wenigen Handgriffen verändern lassen.
Und dann klappt es auch mit der Besucherzahl. Denn die Grundidee von diesem Festival finde ich einfach toll und würde ich mich freuen, wenn das nächste Jahr mehr Festivalbesucher vor Ort sind, die dann wiederum auch den regionalen Bands ihren Applaus spenden. Hier auf dem Land, gleich um die Ecke!
Madlen Meier