2.- 4.7.99 Ballenstedter Flugplatz (Sachsen-Anhalt)

4. BENNE OPEN AIR


4. BENNE OPEN AIR

2.- 4.7.99 Ballenstedter Flugplatz (Sachsen-Anhalt)

 

Großer Spaß mit wenig Leuten

 

Ein ganzes Jahr voller vorbereitender Planung,- und nun ist Benne 4 wieder Vergangenheit. Das Festivalprojekt, welches neben Veranstalter Matthias Woyde, Aufbau- & Geländeverantwortlichem Carsten Hecht und Stage- & Crewmanagerin Andrea noch mehr als 50 mitwirkende Helfer in Atem hielt, hatte für die Zeit vom 2. bis 4.7.1999 insgesamt 26 Bands auf den Plan gerufen.

 

Bei Metal, Hardcore, Punk und Folk war für jeden Geschmack etwas dabei. Das Wetter bot (bis auf etwas Nieselregen am Sonntag) schönsten Sonnenschein. Weniger prognoseverlässlich zeigte sich die erwartete Publikumsmenge. Von einigen tausend eingeplanten Fans frequentierten letztendlich nur schlappe 400  Besucher das Camping- und Festivalgelände, welches nicht (wie zuvor drei Jahre lang) in Benneckenstein, sondern erstmalig auf dem Ballenstedter Flugplatz aufgeschlagen worden war.

 

Am Freitag lief von 16.30 Uhr bis 16.30 Uhr mit PROGERIA, REPULSE, FRONTAL, NIGHT IN GALES, AUTUMN NOSTRUM, KASSIERER, FORCED TO DECAY und RUNKEL alles so ziemlich nach Plan, nur MURPHY’S LAW blieben ohne Abmeldung fern.

 

Am Sonnabend gab es harte Klänge von N.P.C., DAYS OF GRACE , DISSOLUTE PARADISE, PARALISING PROPHECY, SPRAWL, INVANITY, TEMPLE OF THE ABSURD DOGMA, ATROCITY und SKAT. Die TROOPERS fielen wegen unvollständigem Equipment aus dem Programm.

 

DIE ALLERGIE fuhr am Sonntag ab, ohne gespielt zu haben, DIE  APOKALYPTISCHEN REITER und RYKERS reisten aufgrund der wenigen Besucherzahlen gar nicht erst an. Mit CARCADES, S.U.F.F und DRITTE WAHL wurde der letzte Konzerttag trotzdem zu einem echten Happening für alle Beteiligten.  

 

Zu den Höhepunkten des gesamten Festivals gehörten unter anderem die Magdeburger Mittelalter-Metaller von RUNKEL, welche auf der Zeltbühne für echte Tanzwut sorgten. DAYS OF GRACE aus Merseburg begeisterten mit extrem druckvollem Sound à la SEPULTURA. Während die Show von ATROCITY nicht ganz so pompös wie erwartet ausfiel, glänzten die Hamburger TEMPLE OF THE ABSURD mit einer abwechslungsreichen, perfekt ausgefeilten Bühnenperformance und Düster-Rock’n’Roll vom Feinsten. Eine Meisterleistung bei der Einbeziehung des Publikums in das eigene Programm vollbrachten die Leipziger Fun-Chaoten von S.U.F.F., deren phantastische Kostümierung und schräge Bühnenaktionen zu einem wirklichen ”Hingucker” wurden.

 

Den krönenden Abschluss des Spektakels zelebrierten die Anspruchs-Punkrocker von DRITTE WAHL, welche die inzwischen weiter geschrumpfte Besuchermenge noch einmal richtig aus der Reserve zu locken verstanden. Bei all den kleinen unvorhersehbaren Problemen und Zwischenfällen, überhöhten Erwartungen und Absagen von Seiten der Bands präsentierte sich das vierte Benne Open Air als ein liebenswerter - und letztendlich wenigstens für die anwesenden Fans auch gelungener Versuch, etwas mehr Bewegung und Abwechslung in die Sachsen-Anhaltiner Festivalszene zu bringen. Der Ballenstedter Flugplatz erwies sich als geeignetes Gelände für Aktionen dieser Art.

 

Andrea Göbel