Zita ROCK FESTIVAL
Berlin - Spandau 13.06.2009
Das Zita Rock fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Beheimatet ist es in der Spandauer Zitadelle unserer Hauptstatt Berlin. Mitten in der Wüste aus Beton, Stahl und Glas, ein kleiner Flecken Natur und mitten in ihr, die Zitadelle mit dem Festival. Die Zitadelle besteht aus den vier Basteien, König, Kronprinz, Brandenburg Königin, und einem großzügigen Innenhof. In der Bastei Königin fand die spätere Aftershowparty statt und die Bastei Kronprinz wurde zur Chill Out Zone.
Zeitig in Berlin angekommen, holte ich mir ohne viel Stress den Fotopass am Eingang ab und marschierte mit den, teilweise lange wartenden Gothics in die Zitadelle. Die Bühne stand im Innenhof, an deren Rändern es etliche Ess- und Trinkstände gab. Um den Hofplatz führen Straßen, von denen zwei mit Buden aller Art bestückt waren. Es fehlte an nichts, vom Kaffee bis zu High Heels war alles vorhanden und käuflich zu erwerben.
Laut Rahmenprogramm sollte es eine Bootsfahrt um die Zitadelle geben, also mal geschaut wo, es losgeht. Vorher erspähte mein Auge noch den Eingang zum Fledermauskeller, die ersten Grufties waren schon in ihm verschwunden. Kurz überlegt, aber nee, lieber erst mal aufs feuchte Nass, die Fledermäuse kann man ja noch später sehen. Also weiter gesucht. In der Chill Out Zone sah ich eine Anlegestelle und das Boot? Kurze Zeit später kam auch der Bootsführer, das viereckige Teil war tatsächlich das Boot. Die Sonne schien und lud eigentlich zu einer gemütlichen Kahnfahrt ein, aber irgendwie wollte außer einem Pärchen niemand mitschippern. Der Käptain nahm es mit Humor und meinte nur, dass das Boot nun richtig austariert sei, nahm die Leinen los und legte ab. Die nächste halbe Stunde war geprägt von Ruhe und Ausgeglichenheit mit purer Natur. Man erfuhr etliches über Land und Leute, Vergangenes und Heutiges. So unter anderem auch, dass es einen Verein gibt, der mit den Events in der Zitadelle nicht wirklich glücklich ist und mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorgeht. Deswegen gab es dieses Jahr auch keine Dixies am Eingang vor der Zitadelle. Angeblicher Grund: Naturschutz. (!)
Wieder festen Boden unter den Füßen, war es auch schon fast Zeit für die erste Band des Tages. Tanzwut eröffneten mit ihren Weisen den Reigen. Die Berliner, der Teufel persönlich am Gesang, Wim mit dem Bass, Martin am Sechseiter, Die Drums mit Norri und Hatz, Die Säcke(Bagpipe) Ardor und Jordon, meisterten den Auftakt des Festivals teuflisch gut und verwandelten den schon gut gefüllten Platz in einen Hexenkessel. Pünktlich eine halbe Stunde später verklang der letzte Ton der Spielleute, aber das Leben der Gaukler und Musikanten ist hart und so machten sie sich auf zum nächsten Gig, am Abend.
An der Zitadelle betraten nun Zeraphine die Bühne. Musikalisch etwas ruhiger als Tanzwut erfüllten sie trotzdem die Erwartungen der Masse. Zeraphine sind Sven Friedrich - Gesang, Norman Selbig und Manuell Senger – Gitarre, Michael Nepp – Bass, Marcellius Puhlemann – Bass. Ab Diary Of Dreams war der Hof mit Menschen übersät. Überall nur gute Laune. Es wurde getanzt, gechillt und natürlich mitgesungen. Die Mannen um die Gitarre mit dem Irokesenschnitt dahinter, Gaun:A, sind Adrian Hates – Gesang, Gitarre, Drums – D.N.S., Taste – Keys. Wurde es schon mit Diary Of Dreams wieder rockiger, so legten Project Pitchfork noch einen Zahn zu und Peter Spilles, er benutzte die Vokale, Jürgen Jansen und Dirk Scheuber, sie tasteten, Achim Färber, er haute, Carsten Klatte, er schrubbte, fetzten nur so über die Bühne, beziehungsweise benutzten das Keyboard als Turngerät.
Ich hatte zwar mitbekommen das sich der Sänger in den Graben begeben wollte, aber als es dann soweit war, ging das Ganze dann doch zu schnell. Ein Sprung und Peter Spilles war in der Menge untergetaucht. Aber auch dieser Auftritt nahm sein Ende und Project Pitchfork machte Oomph Platz.
Textsicher wurde jedes Stück von Dero – Gesang, Crap – Keyboard & Gitarre, Flux – Gitarre, Hagen – Bass, Leo - Drums vom Publikum begleitet. Langsam und sicher ging der Tag seinem Ende zu. Unheilig erschien als letzte Band auf den schwarzen Brettern des Festivals. Mit der langsam untergehenden Sonne erstrahlten die Musiker, um den Grafen im Scheinwerferlicht. Der angefangene Abend hätte gern noch so weitergehen können, leider war um 22:00Uhr gnadenlos Schluss, da es sonst sicherlich bald kein Zita Rock in der Zitadelle stattfinden würde.
Nach einigem Smalltalk mit anderen Fotografen und Gräfin schlenderte ich ein letztes Mal über die Zitadelle, schnupperte kurz bei der Aftershowparty vorbei, genoss das Feuerwerk über dem Eingangstor und trat sodann den Heimweg an.
Bleibt nur noch den Veranstaltern und allen anderen Beteiligten am Zita Rock zu danken. Ich habe selten so nette Security getroffen.
Das nächste Zita Rock findet wegen des großen Erfolges an zwei Tagen statt.
Der Termin steht auch schon, es ist der 05.-06. Juni 2010.
Weitere Info´s zum Festival findet sich unter:
www.myspace.com/zitarockfestival
Man sieht sich hoffentlich 2010