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Bap ist die kölsche Bezeichnung für Vater und auch in ihrem bis dato größten Hit "Verdamp lang
her" dreht sich alles um die Beziehung zwischen Texter und Sänger Wolfgang Niedecken und
seinem kurz zuvor gestorbenen Vater. Der große Durchbruch gelang den 7 Kölnern 1981 mit der
Single von dem Album "Für Uszeschnigge", vier Jahre nach ihrer Gründung, damals noch mit dem
Keyboarder Bernd Odenthal. Auf ihrem Erstlingswerk "...rockt andere kölsche Leeder", auf dem
kölsche Coverversionen bekannter Klassiker zu finden sind (wie z.B. die erste Single "Wahnsinn",
ursprünglich als "Wild Thing" bekannt), spielt auch noch Hans Heres die Lead-Gitarre, der beim
Nachfolger "affjetaut" durch die heutige Ikone Klaus "Major" Heuser ersetzt wurde, der fortan
auch für das Schreiben der Musik verantwortlich war, während Nideggen die stets politischen und
sozialkritischen Texte dazu lieferte. Mit den "Neuzugängen" Effendi Büchel am Keyboard und Steve Borg am Bass war dann auch eine Besetzung gefunden, die die nächsten Jahre überstehen konnte. So entstanden "von drinne noh drusse", welches mit "Kristallnaach" einen der engagiertesten deutschen Songs bietet. Im gleichen Jahr erschien auch das Live Album "bess demnähx". Schon hier zeigt sich, daß BAP ihre wahren Qualitäten auf der Bühne beweisen. Ihre bis zu 3½ Stunden Shows, bei denen sie sich immer wieder etwas neues einfallen lassen, sind ein unvergleichliches Erlebnis und man spürt die große Vorliebe Niedeggens für die Könige des Livegigs Dylan, auf seiner "Neverending-Tour" und Springsteen, der mit 5 Std. Spieldauer den bisherigen Live-Rekord hält. Während ihrer "Pik Sibbe"-Tour spielten BAP in ihrer Heimatstadt auch mit den lokalen Nachbarn Die Toten Hosen, die ihrerseits eine Coverversion mit dem Titel "Verdammt lang Haar" intonierten. 1997 kamen der Allrounder Jens Streifling (Gitarre, Saxophon, Mundharmonika) und Werner Kopal am Bass hinzu, die Niedeggen zum Teil während der Aufnahme zu seiner Solo-CD mit Dylan-Covern "Leopardefell" kennelernte. Mit neuer Besetzung ging es ins Studio und das Album Amerika wurde aufgenommen. Der zuletzt erschienene Longplayer "Comics & Pin-Ups" ist seit "X für e`U" die erfolgreichste Platte und konnte sich sogar einige Wochen auf Platz eins der LP-Charts halten. Musikalisch ist das Album weitaus frischer und abwechslungsreicher, was sicher auch daran liegt, daß hier auch Jens Streifling und Effendi Büchel zwei Songs geschrieben haben. Live wurde die Band durch Sheryl Hackett an Percussion und Gesang verstärkt, was sich vor allem bei der Coverversion von Bowie`s "Heroes" als eine wirkliche Bereicherung herausstellte. Nicht umsonst war die Kölnarena (mit 18.000 Plätzen größte Halle Deutschlands) vier Mal ausverkauft! Heute, nach 14 Alben innerhalb ihrer 20 jährigen Bandgeschichte sind von dem Stamm nur noch Niedeggen und "Major", der sein Gitarrenspiel immer mehr perfektionierte und zwischenzeitlich schon als deutscher Clapton gefeiert wird, geblieben. Jedoch bringt der ständige Besetzungswechsel auch reichlich frischen Wind in die Combo und ist sicherlich auch wichtigster Grund dafür, daß die Kölner bis heute Garant für ausverkaufte Hallen sind. [Lars Tuncay]
LITERATUR
Manfred Boecker/ Wolfgang Niedecken
Wolfgang Niedecken
Gerhard Hirschfeld/Jesko Sander [Mit Beiträgen von: Thomas, Michael Gronostay, Jürgen Hornschuh, Heribert Kalthoff, Wolfgang Pokall, Heinz Schäfer, Lars Tuncay, Klaus Unland] |
© 1998, 2003 german rock e.v.
- 23-Februar-2000 -
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